Ein blutsaugender Ringelwurm…fünf Augenpaare…drei Kieferleisten…80 Zähne… EKELHAFT oder HILFREICH?

Die Blutegel-Therapie ist eine alte Heilmethode, die in der naturheilkundlichen Medizin in den vergangenen Jahren wieder populär wurde. Die Behandlung mit Blutegeln ist zwar bis heute nicht vollständig erforscht, aber erfahrungsgemäß eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Medizin. Sie gehört zu den sogenannten Ausleitungsverfahren und ist vergleichbar mit einem kleinen Aderlass, nur viel sanfter.

Wissenschaftler haben im Speichel des Blutegels bislang etwa 20 hochwirksame Komponenten gefunden. Der bekannteste Wirkstoff ist das Hirudin, das die Blutgerinnung durch Inaktivierung des Gerinnungsfaktors Thrombin hemmt und so die Fließeigenschaft des Blutes verbessert. Zudem hat das Hirudin antibiotische Wirkung. Der Speichel des Egels beschleunigt zudem den Lymphstrom und sorgt für eine Entstauung und Entschlackung gestauter Entzündungsgebiete und somit für eine Schmerzlinderung. Der Biss des Egels ist nicht schmerzhaft und wird von menschlichen Patienten wie ein Insektenstich beschrieben.

Bei Pferden setze ich die Behandlung mit Blutegeln bei folgenden Krankheiten ein:
– Hufrehe
– Arthrose, Arthritis
– Satteldruck
– Spat
– Fesselträgerentzündungen
– Abszesse Furunkel/Karbunkel
– Ekzeme
– Tendinitis (Sehnenentzündung)
– Gelenkgallen
– Podotrochlose (Hufrollenerkrankung)
– Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
– Blutergüsse, Quetschungen, Prellungen
– uvm.

Ein großer Vorteil der Blutegelbehandlung gegenüber einer medikamentösen Behandlung liegt sicher darin, dass innere Organe wie Leber, Niere und Herz nicht belastet werden. Daher ist die Therapie auch bei älteren Tieren sehr gut anwendbar. Auch wenn Blutegel die Behandlung durch einen Tierarzt nicht ersetzen, unterstützen sie doch Therapien und verkürzen die Behandlungsdauer.
(Quelle: tier-in)